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„Wissenschaft trifft Medien“: Gemeinsam faktenbasiert kommunizieren

30.09.2026

Beatrice Lugger, LMU-Vizepräsidentin für Kommunikation, initiiert ein Austauschformat mit dem Bayerischen Rundfunk. Das Ziel: Gegenseitiges Verständnis für die jeweilige Arbeit und Rolle von Medien und Wissenschaft in polarisierenden Zeiten zu fördern.

Rund 140 Forschende und Journalistinnen und Journalisten tauschten sich am vergangenen Freitag in München über die Chancen und Herausforderungen der Wissenschaftskommunikation in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft aus. Die Veranstaltung „Wissenschaft trifft Medien“ wurde von LMU-Vizepräsidentin für Kommunikation Beatrice Lugger gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk ins Leben gerufen.

(from left to right) BR presenter Florian Schwarz (BR), BR Director General Dr. Katja Wildermuth, Vice President Prof. Dr. Armin Nassehi, Vice President Beatrice Lugger, and Werner Reuß, Head of BR´s “Knowledge and Education” programming division.

(v.l.n.r.) Programmdirektor Kultur Björn Wilhelm (BR), BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth, Vizepräsident Prof. Dr. Armin Nassehi, Vizepräsidentin Beatrice Lugger, Leiter des BR-Programmbereichs „Wissen und Bildung“ Werner Reuß. | © LMU

In Zeiten, in denen Presse- und Wissenschaftsfreiheit zunehmend unter Druck geraten, bot der Tag Gelegenheit, Brücken zwischen Medien und Wissenschaft zu schlagen. Dabei standen Wissensaustausch und das Schaffen von nachhaltigen Verbindungen zwischen Forschenden und Medienschaffenden im Vordergrund.

Nach der offiziellen Begrüßung der BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth und des LMU-Vizepräsidenten Professor Armin Nassehi tauchten die Teilnehmenden in spannende Podiumsrunden über die Wege der Wissenschaftskommunikation sowie in mehrere Praxisworkshops ein. So lieferten sich zum Beispiel Caro Matzko, Journalistin und Moderatorin, und Professor Marko Sarstedt einen munteren Schlagabtausch zwischen Wissenschaft und Journalismus. Der Tenor: Erfolgreiche Zusammenarbeit benötigt eine Prise Pragmatismus – besonders auch von wissenschaftlicher Seite.

Dabei wurde eines deutlich: Wissenschaft und Journalismus mögen zwar in unterschiedlichen Systemen und Rhythmen arbeiten, in ihren Methoden und Zielen sind sie sich aber sehr nahe. Beide stellen komplexe Fragen, prüfen Quellen, suchen trotz Unsicherheiten im Stand wissenschaftlicher Erkenntnis nach belastbaren Aussagen.

Im Panel „Unter Druck? Wissenschaft und Medien in polarisierenden Zeiten“ diskutierten (v.l.n.r.) Vizepräsidentin Beatrice Lugger, Werner Reuß (BR), Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Anna Sophie Kümpel sowie Andrea Mirbeth, Leiterin der Redaktion Wissen und Forschung (BR) über die jeweilige Rolle von Wissenschaft und Medien.

Im Panel „Unter Druck? Wissenschaft und Medien in polarisierenden Zeiten“ diskutierten (v.l.n.r.) Vizepräsidentin Beatrice Lugger, Werner Reuß (BR), Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Anna Sophie Kümpel sowie Andrea Mirbeth, Leiterin der Redaktion Wissen und Forschung (BR), über die jeweilige Rolle von Wissenschaft und Medien.

© LMU

Mit der KI stirbt der O-Ton

Auch das Thema der Künstlichen Intelligenz in der Welt der Kommunikation spielte beim Kongress im Bayerischen Rundfunk eine prominente Rolle. Wann ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sinnvoll? Wie können wir neue, interessante Texte und Formate in einer Welt der scheinbar endlosen Reproduzierbarkeit von immer wiederkehrenden Mustern entwickeln? Ein großes Umdenken ist hier erforderlich: „Der O-Ton ist tot“, zitiert Beatrice Lugger aus einem der Workshops. „Wir können nicht mehr so schnell prüfen, ob ein O-Ton echt ist oder mithilfe von KI generiert wurde. Dafür werden echte Präsenzformate, Veranstaltungen mit direktem Austausch mit der Öffentlichkeit, eine immer wichtigere Rolle spielen.“

Forschung wirkt, wenn Menschen sie verstehen 

„Traut euch!“, ermutigte daher LMU-Vizepräsidentin Beatrice Lugger die anwesenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ihre Forschung aktiv in die öffentliche Debatte einzubringen und neue Wege der Kommunikation zu beschreiten. Denn gute Wissenschaft verdiene Sichtbarkeit – und starke Stimmen. Zugleich seien Journalistinnen und Journalisten keine bloßen Lautsprecher der Wissenschaft. Sie verstehen sich als wichtige Brückenbauer, die Forschung einordnen, hinterfragen und für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich machen.

Zu viele News – wie erreichen wir noch die Öffentlichkeit?

Doch in Zeiten von zu vielen News über zu viele Informationskanäle – von den klassischen Medien bis hin zu den Social Media – stellt sich die Frage, wie Wissenschaftler und Journalisten es überhaupt noch schaffen, Aufmerksamkeit zu bekommen. Eine entscheidende Rolle spielt hier, wie Inhalte vermittelt werden. Komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse müssen verständlich, nahbar und erlebbar vermittelt werden, um das Zielpublikum zu erreichen. Daher ist es wichtig, dass Forschung und Medien auch zukünftig Hand in Hand gemeinsame Formate entwickeln, die es schaffen, faktenbasiertes Wissen öffentlichkeitswirksam zu transportieren.

Der Tag zeigte, wie wichtig beiden Seiten Zusammenarbeit und ein gemeinschaftliches Verständnis sind – nicht zuletzt zeigte sich dies in der Besetzung der Panels und Workshops mit hochkarätigen Journalisten und Journalistinnen sowie Forschenden der LMU. Die Veranstaltung wurde von der Münchner Universitätsgesellschaft unterstützt.

Journalistin Caro Matzko und Prof. Dr. Marko Sarstedt.

Erhellten mit ihrem verbalen Ping-Pong das Publikum: Journalistin Caro Matzko und Leiter des Instituts für Marketing Prof. Dr. Marko Sarstedt.

© LMU

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